Parade, Innenstadtaktionen, Bühnenprogramm im Ravensberger Park am Samstag, den 2. Juni 2012
,,...es wird einmal mehr unter Beweis gestellt wie viel Fantasie und Kreativität, aber auch wie viel Qualität und kulturelle Vision in diesem Projekt steckt, das ja bereits viel mehr als ein zeitlich begrenztes Vorhaben ist. Es ist schon längst eine kulturelle Institution geworden, ein Markenzeichen, auf das die Leineweberstadt stolz sein darf.“
Dr. Norbert Sievers, Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft in Bonn und Geschäftsführer des Fond Soziokultur
Zukunftsorientierte europäische Städte suchen nach anderen künstlerischen Ausdrucksformen, die den zwischenmenschlichen Dialog der Kulturen fördern und Toleranz lebendig und erfahrbar machen. Beim Bielefelder Carnival der Kulturen ist es den Aktiven Menschen wichtig selbstbestimmt zu handeln, kreativ aktiv zu sein, neue künstlerische Potentiale zu entdecken, um Seele, Geist und Körper wieder näher zusammen zu bringen.
Durch die TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und die Vernetzung der regionalen und internationalen Gruppen findet die Verknüpfung und der Austausch unterschiedlicher Kulturen und Kultursparten statt.
Die Entwicklung der Kunstform Carnival Art findet seinen Ausdruck in kinetischen Installationen, beweglichen Objekten/Puppets, dreidimensionalen, überlebensgroßen Figuren, tanzenden Skulpturen, farbenprächtigen Kostümen, Masquerade, eigener Choreografien, Performances, Live-Music, Straßenkunst wie Akrobatik, Street-Dance, Stelzenlauf, Staßentheater in Bewegung und Walk Acts. Carnival Art ist eine Kunst die nicht auf Abgrenzung angewiesen ist, die keine Berührungsängste mit dem Volk hat, die im wahrsten Sinne demokratisch ist. Durch internationale Künstler und lokale Workshopleiter lernen besonders die Jugendlichen, wie sie Themen künstlerisch umsetzen können, das entsprechende Handwerkszeug, sie lernen Konzentration, Herausforderung und das Erfolgserlebnis, wenn die Umsetzung gelingt.
Toleranz und Völkerverständigung, ein Miteinander, ein gemeinsames Fest der Menschen in unserer Region OWL sind die Motto: Tanz die Toleranz Grundlagen des Carnival der Kulturen. 1994 entstand die Idee einen interkulturellen Carnival, damals noch unter dem Titel: Carnival der versteckten Kulturen zu gründen. Der englische Künstler und Bildhauer Paul Mc Laren und Shademakers arbeiteten damals an einem Konzept.
1997 konnte diese Idee dann umgesetzt werden als das Welthaus Bielefeld und das Kulturamt der Stadt Bielefeld als organisatorische Partner gewonnen werden konnten, der Kontakt zu den ersten zwanzig Gruppen aufgebaut wurde und die Bezirksregierung Detmold das Projekt im ersten Jahr finanziell unterstützte. Vor 15 Jahren bewegte sich zum ersten Mal eine interkulturelle Parade durch den Bielefelder Westen. Aus damals 28 Gruppen sind inzwischen 70 teilnehmende Gruppen geworden. Aus 15.000 Zuschauern wurden bei gutem Wetter bis zu 100.000 Besucher. Wir bedanken uns herzlich bei der Stiftung der Sparkasse Bielefeld, die den Carnival der Kulturen seit 2003 präsentiert, beim Kulturamt und bei Bielefeld Marketing die uns von Anfang an gefördert haben.
Kulturelle Vielfalt, inklusives, integratives Arbeiten, das Miteinander vieler sozialer und gesellschaftlicher Gruppen, quer durch alle Generationen, die Qualität der künstlerischen Projekte ist durch den Carnival der Kulturen zu einem einzigartigen Merkmal der Stadt Bielefelds geworden, weit über seine Grenzen hinaus.
Uschi Dresing
1. Vorsitzende Shademakers
Veranstalterin Carnival der Kulturen
Der Bielefelder Carnival der Kulturen wurde von dem Wochenmagazin Focus 2009 und 2010 als Highlight der Woche in Deutschland ausgezeichnet.